Pfarrei

Aberglaube

Vor vielen hundert Jahren wurde das Dorf Faid von der Pest heimgesucht, so dass die meisten Bewohner starben. In dieser Not erbaute man in Faid ein Heiligenhaus mit dem Bilde der vierzehn hl. Nothelfer. Siehe, die Pest verschwand und wurde neben diesem Heiligenhäuschen in der Erde unter einem schweren Stein begraben. Im Jahre 1884 stand das Heiligenhäuschen noch, wurde aber als Spritzenhaus benutzt. In diesem Jahr wurde das Heiligenhäuschen niedergerissen, und ein neues Spritzenhaus wurde an seine Stelle gebaut. Als bei dieser Gelegenheit der Stein mit Pulver gesprengt wurde, da glaubten ältere Leute fest, jetzt komme die gefesselte Pest frei, und sie bangten für das Dorf.


Besonders die älteren Bürger des Dorfes waren sehr abergläubig. Felsenfest stand der Glaube an Hexen. Als bestes Mittel gegen diese sahen sie das "Teufelsgeißelchen" an. Dieses war entweder eine Kugel oder ein viereckiges Kistchen, das mit Tuchstücken angefüllt und mancherlei gesegneten Gegenständen angefüllt war. Es wurde den Pferden um den Hals gehängt, wenn sie Füllen gebären sollten. Auch den kleinen Kindern legte man es in die Wiege zum Schutze gegen Hexen.


Schlug beim Gottesdienst während der heiligen Wandlung die Turmuhr, so trat im Dorfe bald ein Sterbefall ein. Erlosch während der Messe eine Kerze auf dem Altar, so starb ebenfalls bald im Dorfe ein Mensch. Stand die Kerze auf der Männerseite, so war es ein Mann, stand sie aber auf der Frauenseite, so war es eine Frau.


Salat säte man nicht bei zunehmendem Mond, weil er somit schoss. Weizen säte man bei Sonnenuntergang, damit die Spatzen ihn nicht holten, wenn er im .folgenden Jahre reif w