Bewohner

Faid wird von kräftigen, gesunden Menschen bewohnt, welche im Durchschnitt ein hohes Alter erreichen. Die meisten sterben an Lungenentzündung. Die Leute sind derb, aber offen und ehrlich. Sie zeigen einen recht kirchlichen Sinn, sind fleißig und genügsam.

Der größte Teil von ihnen beschäftigt sich mit Ackerbau und Viehzucht. Der Acker auch jetzt im allgemeinen noch schlecht bestellt. Das Spannvieh ist im ganzen gut. Das Viehhüten übt aber noch immer seine nachteiligen Folgen auf den Ackerbau aus. Um den Stalldünger, welcher durch das Viehhüten verloren geht, in etwa zu ersetzen, wird viel Kunstdünger angewandt, besonders Kalk. Auch sonstige Kunstdünger werden in großen Mengen bezogen. Ein großer Schaden entsteht auch dadurch, dass jedes Jahr sehr viel Stalldünger den Weinbergsbesitzern an der Mosel verkauft wird.

Die Äcker liegen bunt durcheinander. In früherer Zeit wollten die Eltern jedem Kinde von jedem Acker und jeder Wiese einen Teil hinterlassen, damit nur keines im Nachteile sei. So entstanden die kleinen Felder. Es gibt Felder, die so schmal sind, dass sie kaum mit der Egge ordentlich bearbeitet werden können.


Nach einer Viehzählung im Jahre 1892 waren in Faid 25 Pferde 283 Stück Rindvieh, 183 Schafe, 218 Schweine, 27 Ziegen und 14 Bienenstöcke.